Berlinale 2019: Mr. Jones – Ein Film über den Holodomor in der Ukraine

Bei der diesjährigen Berlinale befasst sich der Film "Mr. Jones" mit dem Holodomor in der Ukraine. Die künstlich durch die Politik Stalins erzeugte Hungersnot in den Jahren 1931 und 1932 forderte bis zu 14,5 Millionen Hungertote. Dieser Genozid am ukrainischen Volk wird durch den oben genannten Film der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland thematisiert. Sie zeichnet die Recherchearbeit des Journalisten Gareth Jones, der sich als einziger westlicher Journalist ein Bild vor Ort machte, in eindrucksvollen Bildern nach. Die Berlinalevorführung von "Mr. Jones" haben ukrainische Aktivisten, gemeinsam mit dem Direktor der Berlinale Dieter Kosslick, den Filmemachern und Schauspielern des Films,  zum Anlass genommen, um auf die russische Gefangenschaft von Oleh Senzow aufmerksam zu machen und für seine Freilassung zu demonstrieren. Oleh Senzow ist ein ukrainischer Filmregisseur und war zur Zeit der Maidan-Proteste in Kiew an der AutoMaidan-Bewegung auf der Krim beteiligt. Sein Protest gegen die russische Annexion der Krim führte am 11.05.2014 zu seiner Verhaftung und Überstellung nach Moskau. Er wurde 2015 wegen "Terrorismus" zu einer zwanzigjährigen Straflagerhaft verurteilt. Filmschaffende, sowie Politiker, internationale Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten aus der ganzen Welt protestieren gegen seine Inhaftierung. So machte in einem Aufruf vom 30. Mai 2014 Amnesty International auf den Fall aufmerksam. In einem Schreiben europäischer Regisseure vom 10. Juni 2014 an den russischen Präsidenten Wladimir Putin  setzten sich u. a. Agnieszka Holland, Ken Loach, Mike Leigh und Pedro Almodóvar für Senzows Freilassung ein. 2016 erhielt Oleh Senzow den Taras-Schewtschenko-Preis und im Oktober 2018 den Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments. Wir kämpfen weiter für die Befreiung von Oleh Senzow!

Центральна Спілка Українців в Німеччині